Schwerpunkte

Religiöse Erziehung

In der Kita machen die Kinder Erfahrungen von angenommen sein, Geborgenheit, Vertrauen, Dankbarkeit und Verzeihen. Sie erleben jedoch auch Ausgrenzung, Streit, Neid, Traurigkeit und Einsamkeit. Die Kinder suchen nach Deutung in Bezug auf Fragen, die sich aus ihrem Lebensumfeld ergeben, wie die Geburt eines Geschwisterkindes oder der Tod naher Angehöriger. Sie fragen nach der eigenen Identität, beispielsweise wenn sie neu in der Kita sind oder kurz vor dem Abschied in die Schule stehen. Sie erleben sich selbst mit Stärken und Schwächen, machen Erfahrungen mit Erfolg und Misserfolg. Sie erfahren sich im Zusammenleben mit den anderen Kindern. Sie erleben die kirchlichen Festzeiten, die das Jahr gliedern. Die Kinder der Kita begegnen in der religionspädagogischen Arbeit dem Evange­lium. Die Botschaft von der Liebe und Menschenfreundlichkeit Gottes gibt ihnen Möglichkeiten, ihre eigenen Erfahrungen zu deuten und mit ihnen umzugehen.

Den christlichen Glauben erleben die Kinder bei uns durch:

  • das Vorleben christlicher Werte
  • das Beten vor den Mahlzeiten
  • das Singen christlicher Lieder
  • das Erzählen und Nachspielen biblischer Geschichten
  • den Kindergartengottesdienst
  • das Mitgestalten von Familiengottesdiensten

Wir begegnen Kindern und Eltern anderer religiöser und weltanschaulicher Überzeugungen mit Respekt und Achtung.

Bewegung

Für die Kinder ist die Körperwahrnehmung z.B. über Bewegung ein grundlegender Erfahrungsbereich. Bewegung hilft bei der Überwindung von Ängsten, Hemmungen und Unsicherheiten. Bewegungserlebnisse fördern Sicherheit, Selbstvertrauen, Leistungswillen und Selbstständigkeit. Wahrnehmungs- und Bewegungserfahrungen sind von großer Bedeutung für die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit. Deshalb legen wir bei der Gestaltung des Tagesablaufes großen Wert auf Bewegung. Durch Bewegung werden der Gleichgewichtssinn, die Grob- und Feinmotorik, die Auge-Hand-Koordination, die Reaktionsfähigkeit sowie das Konzentrationsvermögen gefördert. Die Bewegungsabläufe werden sicherer und standfester. Die Kinder begreifen durch Ortswechsel die Bedeutung von auf, unter, neben, vor, hinter und zwischen (Raumorientierung). Ebenso entwickelt sich ein Zahlen- und Mengenverständnis. Bewegung kann zum Schöpfen neuer Energie genutzt werden, aber auch als Druckventil dienen, um überschüssige Kräfte abzubauen. Die Bären, Löwen und Raben haben einmal wöchentlich ihren eigenen Turntag, an dem sie die Turnhalle nutzen können. Durch Bewegungsbaustellen und unterschiedliche andere Materialien (z.B. Fahrgeräte, verschiedene Bälle, Seilchen, Trampolin sowie Balancier- und Gleichgewichtsgeräte) erhalten die Kinder umfassende Bewegungsaufforderungen. Aktuelle Projekte sowie Interessen und Wünsche der Kinder werden gerne in die Bewegungsangebote integriert. So kann es sein, dass wir beim Turnen eine Reise nach Afrika machen, uns eine Hexenprüfung bevorsteht oder dass wir auf Osterhasensuche gehen. Die Kinder können täglich schaukeln, laufen, werfen, fangen, kriechen, klettern, hüpfen etc.

Alle Räume bieten unterschiedliche Bewegungsmöglichkeiten, wie z. B.

  • Möbel / Geräte und Decken, um Höhlen zu bauen (kriechen),
  • Treppen (steigen, hüpfen),
  • viele Spiele, die auf dem Fußboden gespielt werden (krabbeln, kriechen, schleichen),
  • Möglichkeiten zu tanzen und sich rhythmisch zu bewegen.

 

Ganzheitlichkeit

Wir betrachten die Kindergartenzeit vom ersten Tag an als einen ganzheitlichen Prozess, der die Persönlichkeit der Kinder stärkt. In unserer Konzeption beschreiben wir eine ganzheitliche Erziehung und Bildung.

„Lernen mit Kopf, Herz und Hand“
- Johann Heinrich Pestalozzi

Gemeint ist das Lernen mit allen Sinnen. Einen Apfel zum Beispiel können die Kinder kennenlernen, indem sie ihn schmecken, riechen, tasten, sehen oder auch hören (das Knacken beim Hineinbeißen). Nur wenn möglichst viele Sinne angesprochen werden, behalten die Kinder das Erlernte. Deshalb ist es so wichtig, die verschiedenen Bildungsbereiche eng miteinander zu verknüpfen und nicht losgelöst voneinander zu betrachten. Beispielsweise beim gemeinsamen Kuchenbacken werden zahlreiche Kompetenzen aus unterschiedlichen Bereichen gefördert. Die Kinder erweitern ihr Mengenverständnis (Mehl wiegen, Eier zählen), ihre sozialen Kompetenzen (Rücksichtnahme, Abwarten können), ihr Selbstvertrauen und Wir-Gefühl („WIR haben diesen Kuchen gebacken!“), ihre Sprache und noch vieles mehr. Eine bedeutende Rolle in der ganzheitlichen Erziehung spielt das Selbsttun. Nur durch eigene Erfahrungen, die Kinder aktiv machen, entwickeln sie sich weiter und erweitern ihr Wissen und ihre Kompetenzen.

Sprache

Auch unsere Sprachförderung basiert auf einem ganzheitlichen Konzept. Das heißt, es hilft den Kindern gleichzeitig sowohl die kognitive als auch die soziale und emotionale Entwicklung zu fördern. Die Förderung wird in den Kindergartenalltag eingebunden und mit den anderen Bildungsbereichen verknüpft. So werden die Interessen, Bedürfnisse und Fähigkeiten der Kinder berücksichtigt. Ob beim Turnen, Kochen, Singen, Basteln, Lesen oder Spielen - die Sprachförderung ist in alle Tätigkeiten des Tagesprogramms integriert. So können die Kinder Sprache ganzheitlich erfahren. Die Angebote werden dem Verlauf der Jahreszeiten, den Gruppenthemen und Interessen der Kinder angepasst. Durch bewegungsorientierte Sprachförderung wird den Kindern eine anregungsreiche und zum Handeln auffordernde Umgebung geschaffen, in der das Kind Bewegung (Körper) und Sprache gleichermaßen einsetzen kann, um sich mit sich selbst und anderen auseinander zu setzen. Sie bietet die Möglichkeit an den Kompetenzen der Kinder anzusetzen und nicht an ihren Schwächen. Insbesondere Kindern mit Migrationshintergrund fällt es oft leichter über Bewegung in Kontakt mit anderen Kindern zu treten. In gemeinsamen Spielen machen sie sich durch Mimik, Gestik und ihren Körper verständlich. Sie fühlen sich wahrgenommen und erhalten Sicherheit. Sprache ist der Schlüssel zur Welt. Das Kind wächst durch Sprache in die Kultur seiner Familie und der Gesellschaft hinein. Es erkennt Meinungen und Ansichten anderer und entwickelt eigene Vorstellungen von der Welt. Weil Sprache einen so hohen Stellenwert im menschlichen Miteinander hat, legen wir großen Wert auf Sprachförderung. Kinder, die sich in ihrer Sprache nicht verstanden fühlen, fühlen sich auch in ihrer Person nicht verstanden. Kinder sollen lernen, sich deutlich und verständlich auszudrücken. Sie sollen ihre Bedürfnisse äußern, Fragen stellen, ihre Erlebnisse erzählen und in bestimmten Situationen „Nein“ sagen können. Wir schaffen den Kindern viele sprachliche Lern- und Erlebnismöglichkeiten in unserer Einrichtung, die ihnen Sicherheit, Orientierung und Selbstbewusstsein geben. Die Freude an der Sprache steht dabei im Vordergrund. Neben den Erfahrungen aus erster Hand, die Kinder spielerisch in der Natur und in den Innenräumen machen können, bieten angeleitete Angebote und Spiele wie z.B. Bilderbuchbetrachtungen, Rollenspiele, gemeinsame Projekte und Feste, Gesellschaftsspiele und Kochen immer wieder Anlass, Sprache zu üben. Im Stuhlkreis singen wir Lieder, spielen Wahrnehmungs-, Bewegungs- und Fingerspiele sowie rhythmische Spiele. Auch der Erzählstein ist bei den Kindern beliebt. Wer ihn in den Händen hält, kann von seinen Erlebnissen am Wochenende berichten, wie er den Tag empfunden hat oder was er der Gruppe sonst noch mitteilen möchte. Die anderen Kinder hören dann zu. Regeln und Absprachen, die im Kreis gemeinsam überlegt und aufgestellt werden, fördern auch die Sprache. Die Kinder lernen, Bedürfnisse / Meinungen zu äußern, vor der Gruppe zu sprechen, einander ausreden zu lassen und gemeinsam eine Lösung zu finden. In Gesprächsrunden wie z. B. zum Thema Weihnachten schaffen wir eine gemütliche Atmosphäre, die zum Sprechen anregt. Wir erzählen und spielen die Weihnachtsgeschichte nach und die Kinder erzählen, wie sie zu Hause feiern, welche Bräuche sie kennen und was auf ihrem Wunschzettel steht. Spielerisch wird auf diese Weise der Wortschatz aufgebaut und erweitert. Artikulation, Mimik / Gestik und Grammatik werden geübt. Dadurch, dass die Kinder aktiv und kreativ mit Sprache umgehen, lernen sie sich selbst, Andere und ihre Umwelt besser kennen.

Partizipation

Partizipation wird in unserem Kita-Alltag schon länger gelebt. Die Auswahl an gruppenübergreifenden Projekten, die Gestaltung der Außenanlage, Themenfestlegungen auf Gruppenebene, die Entwicklung der Bildungsdokumentation, Regeländerungen etc. gestalten unsere Kinder bereits aktiv mit. Wir wachsen alle daran und vertrauen darauf, dass unsere Kinder entscheiden, was ihnen wichtig ist. Wir achten im täglichen Umgang miteinander darauf, dass die Kinder ihre Interessen und Wünsche äußern dürfen und diese auch berücksichtigt werden. Dies geschieht in freien Gesprächsrunden in der Klein- und Gesamtgruppe, im einzelnen vertrauensvollen Dialog mit der Erzieherin oder im thematischen Morgenkreis. So erfahren sie, dass ihre Äußerungen ernst genommen werden und in der Gruppe gemeinsam nach einer Lösung gesucht wird. Abstimmungsprozesse werden auf Gruppenebene über Schaubilder mit verschiedenen Materialien wie Wäscheklammern, Perlen oder Klebepunkten visualisiert und gegebenenfalls auch in Besprechungen mit allen Gruppen zusammengetragen. Über die Entscheidungen der Kinder sind wir auch mit unseren Eltern in einem intensiven Austausch, denn sich zu äußern, mitzudenken und mitzugestalten fördert auch gleichzeitig die kommunikativen und demokratischen Prozesse in den Familien.

Gesundheit und Ernährung

Wir legen Wert auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Die Kinder sollen schon frühzeitig erfahren, was gesund ist und das Gesundes auch sehr lecker und abwechslungsreich sein kann. Das Frühstück (und gegebenenfalls den Mittagsimbiss) bringen die Kinder von zu Hause mit. Es ist uns wichtig, dass dieses abwechslungsreich und gesund ist. Bei unseren Geburtstagen haben wir bewusst darauf verzichtet, dass das Geburtstagskind einen Kuchen oder Süßigkeiten mitbringt. Der Geburtstag wird bei einem gemeinsamen Frühstück gefeiert. Jedes Kind isst sein eigenes mitgebrachtes Essen.
Zu besonderen Anlässen (Sankt Martin, Ostern, Abschiede etc.) sind Süßigkeiten dennoch erlaubt, um den Kindern zu vermitteln, dass sie alles genießen dürfen, wenn es in Maßen ist. In regelmäßigen Abständen finden Schlemmer- und Probiertage statt. An diesen Tagen frühstücken wir gemeinsam. Die Termine werden von den Gruppen individuell festgelegt. Das Frühstück wird dem Gruppenthema oder der Jahreszeit angepasst. Die Termine werden über Aushänge an der Gruppenpinnwand mitgeteilt. Ihr Kind bekommt eine Einkaufskarte mit, oder das Essen wird aus der Kochgeldkasse finanziert. Das Essen wird gemeinsam mit den Kindern zubereitet.

Zu einer gesunden und vollwertigen Ernährung gehört für uns auch eine warme Mahlzeit am Tag. Das Mittagessen wir von unserer Köchin aus frischen Lebensmitteln täglich zubereitet. Der Speiseplan wird abwechslungsreich und unter Berücksichtigung von Kinderwünschen gestaltet. Diäten, Unverträglichkeiten und Essgewohnheiten anderer Kulturen werden berücksichtigt. Schon wenn man durch den Flur geht, kommt einem der leckere Duft aus der Küche entgegen. Im Eingangsbereich hängt eine Tafel, auf der das Tagesgericht festgehalten wird. Wir haben bewusst auf einen wöchentlichen Speiseplan verzichtet, weil unsere Köchin jeden Tag frisch einkauft und somit auch Angebote und Saisonware besser berücksichtigen kann.